14.06.2012

Automatisierte Webseiten-Übersetzung: Fehler und Stolperfallen

Automatisierte Webseiten-Übersetzung: Fehler und Stolperfallen
Automatisierte Webseiten-Übersetzung: Fehler und Stolperfallen

Online-User surfen bevorzugt in ihrer Muttersprache. Einem kürzlichen Bericht der Europäischen Kommission zufolge zögern 82 % aller Internetuser, eine Bestellung online abzugeben, wenn die entsprechende Webseite nicht in ihrer Muttersprache verfasst ist.
Für international tätige Unternehmen sind mehrsprachige Webseiten heutzutage nicht mehr nur ein „Nice-to-have“, sondern ein „Must-have“. Vor allem deswegen, weil eine Online-Firmenpräsenz und Online-Marketing in manchen Branchen heute rentabler sind als die Offline-Präsenz.
Um Zeit und Geld zu sparen, nutzen viele Unternehmen die kostenlosen maschinellen Übersetzungsmöglichkeiten auf dem Markt wie zum Beispiel Google Translate oder Yahoo Babel Fish. Auch wenn derartige Tools ihre Berechtigung haben, kann das Ergebnis irreführend oder gar falsch sein.
Firmen investieren viel Zeit und Geld in Werbetexter, damit ihre Webseiten in ihrer ursprünglichen Sprachversion perfekt sind. Derselbe Perfektionismus sollte auch der Veröffentlichung fremdsprachiger Informationen für ausländische Kunden gelten. Wird an diesem Ende gespart, könnte dies verärgerte Kunden, Beschwerden und sogar einen angeschlagenen Ruf zur Folge haben.
Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist die Webseite des malaysischen Verteidigungsministeriums (Mindef). Im Januar 2012 wurde auf der Mindef-Webpräsenz eine englischsprachige Seite zur Kleiderordnung der Beamten veröffentlicht.
(Kleidung, die in den Augen stochert) ist verboten; „Shine closed“ (glänzen geschlossen) sind jedoch erlaubt; und vergessen Sie nicht die „Mongoose fight“ (Mungo-Kampf) Uniform für offizielle Anlässe.
Das Ministerium nahm die Übersetzungen aus dem Netz und gab eine offizielle Erklärung ab, in der es Google Translate die Schuld für die miserablen Übersetzungsergebnisse gab und erklärte, dass alle Übersetzungen zukünftig nur von professionellen Übersetzungsexperten durchgeführt werden würden.
Sollte Sie dieses Beispiel nicht genug überzeugen, haben wir hier die bedeutendsten Stolperfallen bei der maschinellen Webseiten-Übersetzung für Sie zusammengestellt:

  • Automatisierte Übersetzungen von Webseiten beinhalten oft viele Fehler, insbesondere bei der Übersetzung umgangssprachlicher Texte oder von Slang, Abkürzungen und bei kontextuellen Variationen.
  • Die automatisierte Übersetzung basiert auf einer wörtlichen Übersetzung nach einem Wörterbuch und berücksichtigt weder kulturelle Unterschiede noch Lokalisierungsfragen.

Von Bedeutung ist dies vor allem für Webseiten, die richtig lokalisiert werden müssen, weil sie für ein bestimmtes Land vorgesehen sind, dessen Amtssprache auch die eines anderen Landes ist. Ein Beispiel wäre Brasilien, dessen Amtssprache auch gleichzeitig die Portugals ist. Brasilianisches Portugiesisch kann sich jedoch stark von dem Portugiesisch unterscheiden, das in Portugal gesprochen wird, sowohl linguistisch als auch kulturell. Um die Internetuser im Zielmarkt nicht vor den Kopf zu stoßen, müssen Unternehmen den Inhalt an das jeweilige Zielpublikum anpassen.

  • Automatisierte Übersetzungen sollten nicht für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) oder die Optimierung von Seiteninhalten verwendet werden.

Der Erfolg eines Online-Geschäfts hängt stark von der gewählten SEO-Strategie ab. Eine erfolgreiche SEO-Kampagne erfordert eine ausgiebige Ermittlung der effektivsten Schlüsselwörter für einen bestimmten Markt oder ein Kundensegment. Effektiv optimierter Inhalt verlangt nach sorgfältig ausgewählten Schlüsselwörtern und einer optimierten Content- und Schlüsselwortdichte, was von qualifizierten und erfahrenen SEO-Experten umgesetzt werden muss. Die statistischen Methoden automatisierter Übersetzungstools erreichen oft nicht die besten Ergebnisse.

  • Automatisierte Übersetzungen sollten nicht für Pay-per-Click (PPC)- oder andere Suchmaschinenmarketing (SEM)-Kampagnen verwendet werden.

Viele Unternehmen machen den Fehler, für ihre mehrsprachigen PPC- und SEM-Kampagnen maschinelle Übersetzungen zu verwenden. Wenn Unternehmen Geld in Online-Werbung mittels PPC- oder SEM-Kampagnen investieren, müssen sie sicherstellen, dass ihre Sätze und Schlüsselwörter korrekt gewählt werden, damit diese die kostenwirksamsten Ergebnisse bringen und ihrer Webseite vor allem Traffic bescheren. Professionell von Spezialisten vorbereitete und lokalisierte Kampagnen sind die beste Möglichkeit, diese Ziele zu erreichen.

  • Oft verbleibt die maschinelle Übersetzung einer Webseite auf dem Server des Anbieters der maschinellen Übersetzung und nicht des Unternehmens selbst. Der Nutzen in Form von Linkaufbau und SEO kommt somit dem Anbieter des Übersetzungstools zugute und nicht der Webseite, die dieses Tool für die Übersetzung des Inhalts verwendet.

Für mehr Informationen zu erfolgreichen Webseiten-Lokalisierungs– und SEO-Projekten in mehreren Sprachen steht Ihnen EVS Translations gerne zur Verfügung. EVS Translations bietet hochwertige Übersetzungs- und Lokalisierungsdienstleistungen und kann für Sie die Übersetzung, Lokalisierung und Optimierung Ihrer Website im Komplettpaket übernehmen.

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